Jergovićs Jaguar

Eben das Paket mit Belegexemplaren ausgepackt: Meine Übersetzung von Miljenko Jergovićs Roman Herkul, so der Originaltitel, kommt jetzt in die Buchhandlungen; die offizielle Buchpremiere ist für Ende September in Wien geplant.

Das erste, sehr kurze, sehr rätselhafte, für das kroatische Original namengebende Kapitel ist eine harte Nuss (und war es auch für mich beim Übersetzen), da muss die geneigte Leserschaft durch. Dann steigen wir in einen roten Jaguar (von dem sich der deutsche Titel ableitet) und cruisen gen Süden. Rund dreißig Seiten später nimmt die Geschichte Fahrt auf …

Die Handlung spielt in der nahen Zukunft und fühlt unserer Gegenwart auf den Zahn – dem Nationalismus, dem Egoismus der Eliten, der Verklärung von Kriegsverbrechern, den alternativen Wahrheiten, der Manipulation im Internet usw. usf.: Der Roman ist gespickt mit zeitgenössischen Bezügen und strotzt vor Sarkasmus. Die gnadenlosen Übertreibungen lassen auch hiesigen Rezipienten das Blut in den Adern gefrieren, weil es beileibe nicht nur um Kroatien geht.

Mit spitzer Ironie, die schwarzen Humor zu nennen eine Verharmlosung wäre, trifft Jergović ins – Schwarze.

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